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Unterstützungsmodell (i)

Anfang des Jahres hatte ich meiner Frustration freien Lauf gelassen und das siebenjährige Experiment der freiwilligen Leser:innenfinanzierung beerdigt. Aus symbolischer Unterstützung sollte echte Förderung werden: mit Community-getriebener Entwicklung und kleinen Mehrwertdiensten für alle Unterstützer:innen. Heute weiß ich, der Schritt war richtig. Aber ich hätte viel früher und viel besser erklären müssen, warum ich ihn überhaupt gehen wollte. Denn mein Frust hatte einen ziemlich konkreten Anlass.

Ich hatte einen Großteil von 2025 damit verbracht, Rivvas Betriebskosten zu senken. Monate freier, kostbarer Entwicklungszeit gingen dafür drauf, Altdaten zu konsolidieren, Compute billiger zu machen und technische Schulden zurückzuzahlen. (Und ich will eigentlich gar nicht auf die Ironie hinweisen, dass KI-Buden, staatliche Archivare und sonstige wild gewordene Bots nahezu zeitgleich anfingen, das Netz in zum Teil beispielloser Brutalität abzuschlürfen, während ich aus finanzieller Not meinen vielleicht einzigartigen Textkorpus aus über 18 Jahren Internetgeschichte löschen musste. Grotesk!)

Ich hätte diesen Frust nicht schieben, sondern früher erzählen sollen, so viel weiß ich heute. Meine schlechte Kommunikation im Januar hat Steady-Abos und Vertrauen gekostet. Dabei ist mir natürlich klar, dass der Neuanfang hier zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt geschieht, begleitet von steigenden Kosten, Enshittification, KI, dies kaputt und das kaputt. Aber ich möchte auch nicht noch einmal Monate damit verbringen, Rivva auf günstigere Hardware umzuziehen. Ich möchte meine freie Zeit dafür verwenden, noch mal die beste Version von Rivva zu programmieren. Das war ja der eigentliche Grund für den Neubeginn: #rebuild.

100 Menschen unterstützen Rivva heute. Und das ist, ganz ehrlich, ziemlich großartig. Aber 100 ist offenbar auch die Zahl, an der das alte Modell an seine Grenze kommt. 150 würden Rivva Stabilität geben. 200 würden Luft schaffen, Rivva wieder mutiger zu denken. In Teil 2 schreibe ich, wie das klappen könnte.

 

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