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Sabbath bloody Sabbath

Als ich Rivva vor 2 Monaten öffentlich gemacht hab, war der Plan noch, "in schneller Folge neue, wertvolle Features" zu entwickeln. Mittlerweile hat sich meine Meinung ein wenig geändert … und nicht alle Gründe haben mit den sommerlichen Außentemperaturen zu tun.

Feeping Creaturism

Ich sehe einfach zu viele Web-Apps, die furchtbar schnell mit furchtbar vielen, zum Teil sogar noch furchtbar schlecht durchdachten Features zugestopft werden. Ich denke, das ist schlecht für die Nutzer, schlecht für die Macher und schlecht fürs Produkt. Wenn man fortlaufend an allen Reglern gleichzeitig dreht, nützt einem am Ende letztendlich auch das beste Feedback nix mehr. Welche Ursache welchen Effekt hatte, wird ja völlig vernebelt. Vom Fokus und der Usability des Produkts mal gar nicht erst zu sprechen. Ich glaube vielmehr, dass sich die Qualität vieler Anwendungen allein dadurch erhöhen ließe, indem man sie einfach einmal für eine Weile ruhen lässt. Mit etwas Abstand sind die starken und schwachen Seiten einer Idee viel besser erkennbar und die wirklichen Kernursachen, denen wir auf den Pelz rücken wollen, kommen ans Tageslicht.

Lesson #1: Entschleunigt eure Prozesse, entdeckt die Langsamkeit!

Forgiveness by Default

Ganz faul war ich allerdings auch nicht. Da meine anfänglichen Meme-Tracking-Versuche aus einem Bündel dreckiger Skripte entstanden sind, hab ich weite Teile von Rivva komplett neu geschrieben. Insbesondere musste ich lernen, dass ich mich im Wild West Web auf praktisch nichts verlassen kann. Hinter jedem Webserver, jedem Blogartikel und jedem Feed lauern neue Überraschungen. Das Web strotzt wirklich nur so vor eigentlich ungültigem Code – ganz gleich, obs um invalides HTML, CSS, Javascript oder XML geht. Erstaunlich ist, wie benutzbar das Web trotz all dieser Fehler bleibt.

Lesson #2: Wer fürs Web programmiert, muss vergeben können: viel und häufig.

Make it run. Make it right. Make it fast.

Wer sich vielleicht gefragt hat, wo das "beta" hin ist: Mein Standpunkt ist, dass Software praktisch nie ganz fertig wird. Praktisch ergeben sich immer noch Änderungen, die teils notwendig oder wenigstens wünschenswert sind. Außerdem gibt es keine (interessante) Software, die absolut fehlerfrei ist. In Perpetual-Beta zu sein, halte ich bei evolutionärer Entwicklung für ganz natürlich. Das Fehlen eben dieses Lippenbekenntnisses, soll also nicht implizieren, dass Rivva fertig oder fehlerfrei wäre. Weit davon entfernt – ich hab noch große Pläne und es gibt noch viel zu tun. Allerdings gehört mein Mai größtenteils anderen Projekten. Vielleicht eine gute Gelegenheit, eure Ideen und Rückmeldungen zu sammeln:

Lesson #3:

  1. Was funktioniert?
  2. Was nicht?
  3. Wo sind Verbesserungen möglich?

7 Kommentare

 

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