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Monotonie

Hej Matias! 1000 Dank, dass Du Dir die Zeit genommen hast, ein ganzes Posting mit konstruktivem Feedback zu füllen – freut mich riesig! Ich antworte hier mit einem eigenen Beitrag, weil die angesprochenen Punkte mehr als einen knappen Kommentar verdienen. Hier mein öffentlicher Logbucheintrag:

Rivva hat sich auf einem Plateau eingependelt: Einerseits entdeckt mein Crawler nicht mehr so viele neue, spannende Quellen, andererseits platzt die Titelseite vor lauter Clutter schon jetzt aus den Nähten. Beiden Problemen möchte ich mit den geplanten Ressorts begegnen. Ich muss erst Platz schaffen, in den neue Geschichten hineinwachsen können.

Dass lesenswerte Nischenthemen nicht aus ihrer Ecke herausgehoben werden, ist ein tieferes, grundsätzliches Problem. Ich hab ein paar Ideen dazu/dagegen, aber keine Lösungen. Gleichzeitig frag ich mich, warum solchen Beiträgen nicht die nötige Aufmerksamkeit geschenkt wird. Denn mit der verdienten Linkliebe würden sie ja (wenigstens gelegentlich) im Rivva auftauchen.

Meine aktuelle Lieblingsmetapher ist ja, dass wir mit dem Live-Web ein weltumspannendes Nervensystem bauen: Jeder Autor ist eine Nervenzelle, jeder gesetzte Link eine neue Nervenbahn. Rivva hängt sich einfach nur in diese große Konversation ein … um zu horchen, worüber im Augenblick gesprochen wird oder was der Nerv der Zeit ist.

Wenn keine Nervenzelle feuert, war es die Nachricht offensichtlich nicht wert, der Link (das Meme) stirbt, wird vergessen, nicht weitergegeben, bereichert nicht unsere Kultur. Zumindest nicht zu diesem Zeitpunkt, vielleicht wird der Artikel später wiederentdeckt und jemand schafft es, die entsprechende größere Aufmerksamkeit zu erzeugen, so dass der Link noch mal die Runde macht.

Das ist übrigens auch der Grund, warum die traditionellen Medien im Rivva mit auftauchen: Die Konversation ist wichtiger als die Schlagzeile selbst. News sind fundamental bottom-up, nicht top-down. Die Blogs, die die Diskussionsbeiträge liefern, sind die eigentlichen Informationsträger, sie sind die Filter, sie sind Rivvas Redaktion.

Übrigens ist es unfair, jemanden aus dieser Gruppe als Spammer zu beschimpfen. Wenn bestimmte Geschichten auf Rivvas Titelseite landen, die dort eigentlich nix verloren hätten, liegts in den meisten Fällen weniger an deren SEO- als vielmehr an meinen Programmierkünsten. Wenn Rivva kein ausbalanciertes Bild liefert, ist es mein Fehler, nicht deren.

DonAlphonso schrieb: Es gibt gewisse Leute, die jeden Tag irgendwas verlinken, was bei Rivva auftaucht, um so ebenfalls dort aufzutauchen. Selbst wenn: Na und? Der Anreizlohn dafür ist gering: Rivva ist keine Autorität, liefert keinen Riesentraffic, vererbt keinen PageRank und die Leser merken auch schnell, wann jemand einfach nix zu sagen hat.

Natürlich wünschte ich, ich könnte noch andere Mittel als die der Aufmerksamkeitsökonomie in die Gleichung aufnehmen, aber Qualität ist halt auch schwer zu fassen. Meine Lieblingsdefinition stammt von Gerald Weinberg: Quality is value to some person. Langfristig muss es neben dem basisdemokratischen Rivva also personalisierte/hyperlokale Rivvas geben.

Rivva ist überhaupt noch ziemlich weit von seinem Ideal entfernt. Wenn ich das heutige Rivva allerdings mit dem Rivva von vor (fast) einem Jahr vergleiche, wird klar, wie unglaublich schlecht die damaligen Ergebnisse tatsächlich waren. Da geht noch so einiges. Und das gibt mir Mut.

13 Kommentare

 

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