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Don't stop believin'

Einige Leser wissen vielleicht, dass ich die ersten Zeilen von Qype mit programmiert habe. Deshalb wars mir auch eine besondere Freude, mit dem neuen Qype API zu arbeiten und dieses kleine Mashup zu bauen.

2008 war ein gutes Jahr für die Memetracker: Google Blogsearch beginnt zu clustern, Blogmonitor erscheint doch noch, Techmeme wird human. Was sonst so geschah, versucht der kleine Jahresrückblick zu rekonstruieren.

Das Jahr hat auch deutlich gezeigt, dass der Schwarmansatz von Rivva unter der Abwanderung wichtiger Meinungsführer zu Diensten wie Twitter + FriendFeed sehr gelitten, wenn nicht schon versagt hat.

Aus dieser Frustration heraus arbeite ich derzeit an neuen Ideen. Viel zu sehen gibts noch nicht, außer dass Jon Hicks' fantastischer Helvetireader unverkennbar großen Einfluss hatte. Die Arbeit am MK II Prototypen möchte ich hier im Blog im neuen Jahr schrittweise vorstellen.

Happy 2009 everyone!

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Lights out

Als ich vor zwei Monaten die Blogkarte veröffentlichte, war mir klar, dass ich damit ein sensibles Thema anpacken würde. Ein halbes Dutzend Nachfragen habe ich bekommen, "welchen Nutzen ich darin sehe, Blogs punktgenau zu verorten". Ebenso viele Blogs wollten von der Karte genommen werden.

Zwei Monate später ist meine Naivität gewichen. Denn was mir im Juli nicht so klar war, ist, wie unwohl mir selbst ist, in dem Wissen zu leben, dass anderen mit der Karte unwohl ist.

Die statische Blogkarte war eine Fehleinschätzung und wird deshalb aufs Schwert fallen müssen.

<Insiderwitz @jati einfügen>

vorher/nachher:

Wir haben in Deutschland sicherlich mit die strengsten Datenschutzgesetze weltweit, schon durch die deutsche Geschichte bedingt, glaube ich (grandioser Podcast zum Thema Privatsphäre).

Dennoch: Aus Entwicklersicht befindet man sich permanent im Tanz zwischen dem Möglichen und dem Wünschenswerten. Will man Innovation voran treiben, muss man unaufhörlich am Status Quo rütteln – sieht man ja bei vielen Web-2.0-Angeboten: Da wird ständig ausgelotet, wie weit man mit der Kundschaft eigentlich gehen kann. Notfalls rudert man dann zurück. Veränderung ist nicht einfach für Menschen.

Die Blogkarte ist sicherlich ein gutes Beispiel dafür. Neuland. Grauzone. Opt-In wäre der einzig richtige Weg gewesen. Doch auf dem Weg hätte ich die Karte niemals gebootstrapt bekommen. 3000 Blogger anzuschreiben und ihre Antworten abzuarbeiten, geschweige denn alle aufkommenden Fragen zu beantworten, steht weit außerhalb meiner Möglichkeiten.

Deshalb möchte ich mich erst mal dafür entschuldigen, hier eine wichtige Linie übertreten zu haben. Meine Absicht hätte nicht ferner sein können, als die Comfort Zone anderer Menschen zu verletzen.

Ferner möchte ich heute das einzig Richtige tun und – das hätte ich von vornherein tun sollen – aufs Opt-In-Verfahren umsatteln.

Der neue "Vertrag" ist ganz einfach: Ich nehme jetzt nur noch Geokoordinaten von Blogs auf, die sich über ein bei ihnen im HTML-Header eingebundenes Geo-Tag explizit dazu bereit erklären, dass ihre Ortsdaten öffentlich und damit für ortsbezogene Dienste verwendbar sind. Wer mir – im Gegenteil – durch die Abwesenheit der ICBM-Informationen signalisiert, dass er von Maschinen nicht findbar sein möchte, so will ich diesen Vertrag respektieren.

Da sich das Geo-Tagging nie breit durchsetzen konnte, ist die Konsequenz der Neuregelung, dass von den jetzt knapp 1300 verorteten Quellen nicht arg viele übrig bleiben werden. Meine stille Hoffnung ist, dass möglichst viele von euch an dem neuen Opt-In teilnehmen werden – das entsprechende Geo-Tag ist superschnell generiert (kann sogar Rivva) und genauso leicht eingebunden.

Da das womöglich allerdings nie passieren wird, heißt es Abschied nehmen von der vielleicht umfassendsten Karte deutschsprachiger Blogs. Schon am Donnerstag wird diese Karte ein Bild wie nach dem Krieg abgeben … bis dahin habt ihr noch Zeit, eure Screenshots zu erledigen und nach Blogs aus der Nachbarschaft auf Entdeckungstour zu gehen. Enjoy it while it lasts ;)

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Off the Rail

Rivva könnte wahrhaftig unangenehmere Probleme haben als das hier:

Schön, dass der Fluss vermisst wird.

Danke für die Resonanz (auch aus den Blogs) + Verzeihung für die lange Downtime.

Eigentlich war nur ein nächtlicher Routinejob aus dem Ruder gelaufen. Der hat dann jedoch für so viel Disk I/O gesorgt, dass ich die Seite in der Früh vom Netz nehmen musste, damit sich die Datenbank nach Abbruch aller Transaktionen neu sammeln konnte. So eine Panne ist natürlich immer ein blöder Balanceakt zwischen effektiver Fehlerursachenforschung und möglichst rascher Wiederherstellung des vorhergehenden Status Quos.

Auch wenn nu alles wieder nominal läuft, sind weitere (dann allerdings geplante) Ausfallzeiten auch in Zukunft zu erwarten. Rivva steckt momentan voller Bugs, größtenteils nicht im Code, dafür in den Datenmodellen. Ohne die Maschine zu stoppen, kann ich daran nix flicken. Ohne Stillstand also Stillstand. Und gerade im Moment gibt es etwa 1000 Sachen zu verbessern.

Was der gestrige Tag verdeutlicht, ist jedoch auch, dass mehr Riv(v)alen dem Spielfeld ganz gut täten, ja vielleicht sogar den Markt validieren würden im Geoffrey Moore'schen Sinne. Es braucht definitiv mehr als Tiqqer, Wikio und Rivva. Bau doch mal bitte jemand einen dezentralen Memetracker …

Zum Abschluss: Das neue Paperball (gestern relauncht) bringt jetzt auch die Rivva News unters Volk – sehr begrüßenswerter Schritt von Lycos.

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Right here, right now

Kudos an David Troy für das wohl immer noch genialste Twitter-Mashup, Twittervision, der Idee hinter Rivvas Live-Map und meiner neuen Lieblingsseite.

1304 Geo-Tags

Rivva hat etwa die Hälfte seiner Quellen verorten können und spielt auf dieser Karte die News der vergangenen zwei Stunden an ihren Ursprungsorten ab.

Natürlich wäre es 100x interessanter, nicht den Ort der Quellen darzustellen, sondern den Ort der tatsächlichen Artikelinhalte, also einen Beitrag aus Hamburg über Berlin nicht "aus Hamburg", sondern "über Berlin". Topix ist ein solcher Dienst, der das (hyper)lokale Judo beherrscht, und das Training, das sie dort in die Erkennung von Ortsinformationen stecken, ist nicht von Pappe, für Rivva im Moment jedenfalls undenkbar.

Zur Privatsphäre

GANZ WICHTIG!!!! Wer nicht mit seinem Blog auf der Karte auftauchen möchte, bitte ich um eine kurze Email.

Die von Rivva verwendeten Geoinformationen entstammen entweder dem öffentlichen Impressum oder dem ausgelesenen ICBM-Tag Eures Blogs.

Ich verkaufe natürlich keine Adressen und Rivva speichert auch keine Adressen, lediglich deren Geokoordinaten werden gespeichert. Mir ist glasklar, dass die persönliche Adresse ein sensibles Datum ist und den Datenschutz erfordert. Comfort und Safety Zone aller betroffenen Personen gehören hier respektiert.

Deshalb möchte ich wiederholen: Wem die Karte zu weit geht, eine kurze Mail an mich reicht aus. Notfalls stehe ich natürlich auch telefonisch zur Verfügung: 0177 / 2343664. Ich möchte auf keinen Fall Streit und Ärger wegen einer blöden Karte. Danke im Voraus für jedes Feedback zu diesem Punkt!

Die Blogkarte

Ein Abfallprodukt der dynamischen Karte war die statische Blogkarte.

Eigentlich gibt es derer ja schon wie Sand am Meer. Die Möglichkeiten, darüber benachbarte Blogs zu finden, waren allerdings zu schön, um nicht wahrgenommen zu werden. Und irgendwie wurde die Karte dann zum wirklichen Star des Abends, denn fast paradoxerweise zieht gerade die statische Sicht natürlich diverse Interaktionselemente wie magnetisch an.

Zum Glück hab ich neulich auch endlich Joshua Porters vorzügliches Buch Designing for the Social Web gelesen. Und mit seiner AOF-Methode noch frisch im Kopf, sind viele meiner Überlegungen in die Fragestellung gewandert, was eigentlich meine sozialen Objekte sind, welche Nomen tauchen im Rivva auf und welche Verben müssen sie unterstützen.

Keine andere Rivva-Seite ist bisher so reich an Features – hervorheben möchte ich aber nur zwei:

Die Menge von Blog-Markern auf der Karte bringt die meisten Browser ziemlich ins Schwitzen. Safari/Webkit steckt die Interaktion mit der Google Map relativ gut weg. Firefox 2 dagegen kommt dabei schwer an seine Grenzen. Ob und inwieweit Internet Explorer mitspielt, konnte ich bisher leider nicht testen, hab nur Macs. Vielleicht hat ja jemand in den Kommentaren etwas dazu zu berichten … Dankeschön!

Der Geo-Crawl

Das Finden/Parsen/Geokodieren der Adressdaten war eine ziemliche Scheißarbeit. Jedes Impressum sieht anders aus. Ein Wildwuchs an URLs. Und keinerlei Konventionen. Bei nur 89 Blogs wurde Rivva bezüglich GeoURL oder Geo-Tag fündig. Die größte Enttäuschung war die Verbreitung von Mikroformaten. Alle Besitzer einer hCard dürfen in diesem Moment mal ganz fürchterlich stolz auf sich sein. Der Rest kann sich was schämen …

Die Planeten

Ein bisschen lokal darf es zum Ende dann aber doch noch werden.

Durch Getting Real hab ich mir angewöhnt, bei jedem neuen Feature die entstehenden Feature-Loops genauer zu betrachten: Welche weiteren Features würden durch dieses neue Feature ermöglicht? Welche vorhandenen Features hingegen wären überflüssig?

Das hat mich dann auf die Idee gebracht, Blogs nach Städten zu aggregieren. Bislang hab ich testweise nur Planets für Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, München, Stuttgart, Wien und Zürich angelegt. Ein Schwung weiterer Regionen soll folgen, sobald diese Neun weitestgehend entwanzt sind. GeoRSS kommt ebenfalls nach …

Dass zu viele gute Geschichten einfach am Rivva vorbeischwimmen, ist ein ungebrochener Kritikpunkt. Meine Hoffnung ist, den im Longtail verborgenen Schätzen mit dem heutigen Release ein wenig mehr Oberfläche zu schenken.

Ich war ja der Meinung, dass mein Baustellenschild gestern eigentlich schon alles erzählt hätte, worum es wohl gehen könnte. Richtig geraten hat allerdings nur das Tivoli-Blog. Glückwunsch an Dorin Popa + Verzeihung an alle für die längere Downtime.

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All tomorrow's Parties

Immer wieder kommen "Hinweise aus der Bevölkerung", welche Artikel Rivva unbedingt bringen sollte. Alle diese Tipps sind freundlich gemeint, verkennen aber die Tatsache, dass Rivva eigentlich eine Art Gruppenblog ist – nicht ich mache Rivva, sondern 2.500 Blogger schreiben die Seite in die Existenz.

Trotzdem (oder gerade weil das Mehrheitsvotum regiert) fallen viele interessante Blogbeiträge durchs Raster. Besonders enttäuschend kann das sein, wenn wichtige Community-Events nicht "weitergesagt" werden, wie jetzt zuletzt bei der Vorankündigung fürs Communitycamp von Matias Roskos, der mir schrieb: "Genau DAS interessiert doch die Leser von Rivva. Sie sollen sich möglichst schnell anmelden, bevor alle Plätze weg sind."

Schon nach einem früheren Austausch mit Matias hab ich mir nähere Gedanken gemacht, wie und an welchen Stellen ich die Story-Selektion offener gestalten könnte … doch das alles braucht Zeit und im Moment stehen für mich andere Fragen im Vordergrund.

Was ich allerdings auf die Schnelle auf die Beine stellen konnte, ist ein kleiner Vorstoß in Richtung Event-Channel: Die neue Veranstaltungsseite aggregiert die Reaktionen aus den Blogs zu den aktuellen Community-Aktivitäten (aktuell z.B. next08, Facebook Developer Garage und StartupWeekend). Twitter hab ich aufgrund der schieren Kleinteiligkeit vorerst ausgefiltert. Wer zusätzlich die Tweets verfolgen will, kann auf die Suchbox ausweichen: Rivva indiziert schon viele, aber nicht alle deutschsprachigen Twitter-Accounts.

Das Ganze ist ein ziemlicher Hack, noch null-semantisch, ohne Mikroformate oder Brücke zu venteria, mixxt & Co. Das alles, Extra-Reiter für einzelne Events sowie die vollständige Integration mit dem Rest von Rivva reiche ich stückchenweise nach.

Um auf Terminankündigungen aufmerksam zu machen, die es nicht auf organische Weise auf die Titelseite schaffen, könnt ihr zukünftig einen Tweet an @rivva schicken mit der URL zu Eurem Artikel. Mein Bot fischt Euer Announcement dann automatisch auf und stellts auf die Seite. Das genaue syntaktische Format Eures Tweets sollte sein:

@rivva +event url

also beispielsweise @rivva +event http://www.visualblog.de/?p=1249

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In between Days

Heute schlägt das Feng Shui mal wieder zu – heute ist Abschalttag. Rivvas Server ächzt unter Dauerüberlast, unzumutbare Antwortzeiten machen die Seite praktisch unbenutzbar und ich selbst gerate erneut an die Grenzen, was ich als Ein-Personen-Team noch managen kann. Verzeihung für die Ausfälle!

Was fällt dem Frühjahrsputz zum Opfer und warum?

"Twitta Rivva"

Einer der Gründe für die hohe Systemlast ist, dass Rivva einen neuen Rhythmus aufgenommen hat: Ich scanne jetzt nicht nur die Blogosphäre im Minutentakt, sondern auch die Twittersphäre im Sekundentakt. Das Nachrichtentempo hat durch Twitter deutlich zugenommen und auch das Geschehen hat sich merklich zu den Microblogging-Diensten verlagert.

Im Twitter-River versuche ich, einige der möglicherweise interessantesten Dialoge und die am häufigsten geposteten Links einzufangen. Das Ganze ist jedoch noch super alpha und die Tatsache, dass Replies immer an den letzten Tweet gehen, anstatt an den, auf den geantwortet wurde, und das Twitter-API keine lückenlose Timeline anbietet, macht das Puzzlen nicht gerade einfach. Mir war nur wichtig, Twitter überhaupt erst einmal auf dem Radar zu haben.

Neuer Server ist bestellt … (aber vielleicht muss ich zum Gesundschrumpfen auch noch mehr Komponenten abschalten). Pardon für die Unbequemlichkeiten!

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Start!

Die Schöpfungsgeschichte von Google (das damals noch BackRub hieß), ist die, dass Larry Page seinem Crawler zum Stapellauf im März '96 nur einen einzigen Startpunkt gab: seine eigene Homepage in Stanford. Das ergibt eine nette Überleitung, um zu erzählen, dass Rivva ursprünglich mit sieben Feeds gestartet ist (ich wollte hier schreiben 'nur sieben Feeds', aber Larry Pages Geschichte nimmt mir den Wind aus den Segeln). Das Seeding begann mit meiner eigenen Seite, Basic Thinking, Blogbar, Spreeblick, Wirres, Lummaland und Werbeblogger. Über die von diesen Sites ausgehenden Links konnte Rivva dann weitere Blogs finden … ad infinitum.

Heute beobachtet Rivva ungefähr 2200 unterschiedliche Quellen. Ich möchte diesen Pool auch weiterhin vorrangig organisch wachsen lassen und mich damit rühmen können, nicht mehr, sondern weniger Weblogs zu tracken als andere Dienste. Hauptsächlich, weil ein größerer Crawl-Radius aus meiner Erfahrung auch sehr schnell das 'Gesetz vom abnehmenden Ertrag' in Aktion bringt. Schwarmverhalten als Basis zu nehmen, hat für Rivva viele Vorzüge. Allerdings auch einen ganz entscheidenden Nachteil: Dieser Weg führt auch zu statistischen Plateaus und memetischem Inzest. 'Mehr vom gleichen Heu' könnte man dazu auch sagen.

Daher will ich, wie letzten Frühling schon einmal geschehen, für kurze Zeit das Vorschlagsformular öffnen. Und wäre euch sehr dankbar dafür, wenn ihr eure lieb gewonnenen Blogs dort eintragt: URL, Feed, Name, ganz egal … Wenn sich dadurch Rivvas Qualität und Vielfalt erhöht, mal sehen, vielleicht bekommt diese Funktion dann sogar ihren festen Platz.

Digitaler Alzheimer

Angespornt durch die re:publica-Keynote zum nützlichen Vergessen und Gerrit van Aakens digitalem Frühjahrsputz habe ich Rivva jetzt so programmiert, dass ältere Artikel nach und nach in Vergessenheit geraten und irgendwann auch komplett gelöscht werden. Wo genau dieses "irgendwann" liegt, wird sich noch zeigen. Momentan lösche ich Artikel, die kein Echo geschlagen haben und älter als 100 Tage sind. Von dieser Regel ausgenommen sind Blogs, die Rivvas Digest-Funktion verwenden: wirres.net, peterkroener.de, blog.metaroll.de, domanske.de, schulte-web.com, bueltge.de, wissenswerkstatt.net. (Danke dafür!) metaroll.de und blogoscoop.net verlinken ebenfalls den Story-Verlauf, doch nur für neuere Beiträge.

Wer schreibt häufiger zu einem Thema?

Eine Funktion, die ich bisher in allen Blogsuchmaschinen vermisse, hab ich vor ein paar Tagen in einer ersten Version zum Feedbacksammeln live gestellt: Wenn ich nach einem bestimmten Begriff suche, möchte ich auch wissen, welche Blogs relativ häufig zu diesem Thema schreiben. Jetzt in der Sidebar der Suchergebnisseite: sieben Sites, die Rivva empfehlen kann. Wie gesagt: in der Do-the-simplest-Thing-that-could-possibly-work-Variante. Aber eigentlich erstaunlich, dass sowas noch keine andere Blogsuche anbietet. Oder hab ich Tomaten auf den Augen?

Wo wir gerade bei der Suche sind: Ich weiß, Rivva ist schon wieder viiiel zu lahm geworden. Crawler, Datenbank, Index, Clusterer, Data-Crunching und alle Frontends (die Hauptseite, der Rails-Rivva, das Blog, die iPhone- und mobile Site) laufen immer noch auf einer einzigen Maschine. Ich rangiere eigentlich permanent am oberen Ende von dem, was der Server gerade noch so hergibt. Weil ich mal für mich selbst ausloten wollte, wie lange man wohl mit einem einzigen durchschnittlich ausgestatteten Server hinkommt. Doch langsam bin ich am Ende meines Lateins, was ich aus der Kiste noch rausholen kann, und muss mir bald anders behelfen. Bitte noch um Geduld!

Video Mixtape

Und schließlich bin ich endlich mal dazu gekommen, was mir schon von Anfang an als Idee durch den Kopf spukte: Das Blog hat eine weitere Dimension bekommen, so dass meine Einträge vielleicht auch endlich Sinn machen ;)

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The Revolution will not be televised

Wie ich gerade im 1000ff-Interview sagte, ist Rivva jetzt meines Erachtens feature-complete. Das gibt mir mehr Gelegenheit, die Säge zu schärfen, anstatt immer nur Bäume zu fällen. Das heißt, alles noch folgende fällt in die Kategorie "nice to have" … angefangen mit der Videowand, die ich wiederbelebt habe, weil sie mir fehlte.

Gleichzeitig möchte ich nach und nach einige Metriken und Statistiken öffnen, die Rivva intern führt. Heute ist das der Dialogindex, inspiriert von Stowe Boyds Conversational Index (Idee, Reflexion).

Was ist der Dialogindex?

Am Einfachsten ist der Dialogindex wahrscheinlich erklärt durch seine Berechnungsformel: Nimm die Anzahl der Reaktionen, die ein Blog (oder eine Site) bekommt, und teile sie durch die Anzahl der Artikel, und Du erhälst einen Anhaltspunkt für den Interaktionsgrad, der von einer Quelle ausgeht. Die Idee ist, dass ein Blog, das mehr Konversation anstößt als eigene Beiträge veröffentlicht, einen echten Dialog eröffnet und nicht nur Broadcast-Meldung hinter Broadcast-Meldung raushaut, also mehr die Zweiwegkommunikation einschlägt als die Einbahnstraße.

Interpretieren lässt sich der Dialogindex auf vielerlei Weise: Resonanz, Wahrnehmung, Interessantheitsgrad, Signalrauschabstand, Wird Dir ein Ohr geschenkt? Am Besten bringt es Mathew Ingram noch in Blogs — it’s all about the conversation auf den Punkt:

"I think this hits the nail on the head — what makes most blogs interesting isn’t so much the great things that the writer puts on there (as much as I like to hear the sound of my own voice), but what kind of response it gets, and how that develops, and who carries it on elsewhere on their own blog."

Rivva betrachtet ein Zeitfenster von 100 Tagen und beschränkt sich auf tatsächlich eingehende Links – Kommentare bleiben unberücksichtigt.

PS – an der aktuellen Liste erkennt man sehr gut, dass das Law of Raspberry Jam doch sehr oft zutrifft: "The wider you spread it, the thinner it gets." (Gerald M. Weinberg)

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Ein Jahr (Es geht voran)

Rivva feiert heute Einjähriges! Als kleines Präsent für euer Vertrauen und eure Unterstützung bekommt Rivva heute die lang verdiente Suchbox – nicht gedacht als Rivvale (hihi) zu Technorati, Google Blogsuche oder Blogato, sondern vielmehr, da Rivva die Suchfunktionen intern ohnehin nutzt, kann ichs also auch genauso gut übers UI allen Nutzern zum Nachschlagen anbieten.

Die Suche beschränkt sich auf Rivvas Hauptindex: Das sind alle Quellen, die auf Rivva schon einmal verlinkt waren. Sortierbar ist nach entweder Aktualität (Chronologie) oder Reaktionen (Diskussionsgrad). Die Live-Suche kann zum Blog-Monitoring natürlich auch als RSS-Feed (Watch) abonniert werden.

Ein Jahr ist eine gute Gelegenheit, um kritisch auf das Erreichte und Nichterreichte zurückzublicken: Was stinkt euch eigentlich an Rivva? Was muss sich ändern? Was soll so bleiben? Die Tortenschlacht ist hiermit eröffnet!

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Monotonie

Hej Matias! 1000 Dank, dass Du Dir die Zeit genommen hast, ein ganzes Posting mit konstruktivem Feedback zu füllen – freut mich riesig! Ich antworte hier mit einem eigenen Beitrag, weil die angesprochenen Punkte mehr als einen knappen Kommentar verdienen. Hier mein öffentlicher Logbucheintrag:

Rivva hat sich auf einem Plateau eingependelt: Einerseits entdeckt mein Crawler nicht mehr so viele neue, spannende Quellen, andererseits platzt die Titelseite vor lauter Clutter schon jetzt aus den Nähten. Beiden Problemen möchte ich mit den geplanten Ressorts begegnen. Ich muss erst Platz schaffen, in den neue Geschichten hineinwachsen können.

Dass lesenswerte Nischenthemen nicht aus ihrer Ecke herausgehoben werden, ist ein tieferes, grundsätzliches Problem. Ich hab ein paar Ideen dazu/dagegen, aber keine Lösungen. Gleichzeitig frag ich mich, warum solchen Beiträgen nicht die nötige Aufmerksamkeit geschenkt wird. Denn mit der verdienten Linkliebe würden sie ja (wenigstens gelegentlich) im Rivva auftauchen.

Meine aktuelle Lieblingsmetapher ist ja, dass wir mit dem Live-Web ein weltumspannendes Nervensystem bauen: Jeder Autor ist eine Nervenzelle, jeder gesetzte Link eine neue Nervenbahn. Rivva hängt sich einfach nur in diese große Konversation ein … um zu horchen, worüber im Augenblick gesprochen wird oder was der Nerv der Zeit ist.

Wenn keine Nervenzelle feuert, war es die Nachricht offensichtlich nicht wert, der Link (das Meme) stirbt, wird vergessen, nicht weitergegeben, bereichert nicht unsere Kultur. Zumindest nicht zu diesem Zeitpunkt, vielleicht wird der Artikel später wiederentdeckt und jemand schafft es, die entsprechende größere Aufmerksamkeit zu erzeugen, so dass der Link noch mal die Runde macht.

Das ist übrigens auch der Grund, warum die traditionellen Medien im Rivva mit auftauchen: Die Konversation ist wichtiger als die Schlagzeile selbst. News sind fundamental bottom-up, nicht top-down. Die Blogs, die die Diskussionsbeiträge liefern, sind die eigentlichen Informationsträger, sie sind die Filter, sie sind Rivvas Redaktion.

Übrigens ist es unfair, jemanden aus dieser Gruppe als Spammer zu beschimpfen. Wenn bestimmte Geschichten auf Rivvas Titelseite landen, die dort eigentlich nix verloren hätten, liegts in den meisten Fällen weniger an deren SEO- als vielmehr an meinen Programmierkünsten. Wenn Rivva kein ausbalanciertes Bild liefert, ist es mein Fehler, nicht deren.

DonAlphonso schrieb: Es gibt gewisse Leute, die jeden Tag irgendwas verlinken, was bei Rivva auftaucht, um so ebenfalls dort aufzutauchen. Selbst wenn: Na und? Der Anreizlohn dafür ist gering: Rivva ist keine Autorität, liefert keinen Riesentraffic, vererbt keinen PageRank und die Leser merken auch schnell, wann jemand einfach nix zu sagen hat.

Natürlich wünschte ich, ich könnte noch andere Mittel als die der Aufmerksamkeitsökonomie in die Gleichung aufnehmen, aber Qualität ist halt auch schwer zu fassen. Meine Lieblingsdefinition stammt von Gerald Weinberg: Quality is value to some person. Langfristig muss es neben dem basisdemokratischen Rivva also personalisierte/hyperlokale Rivvas geben.

Rivva ist überhaupt noch ziemlich weit von seinem Ideal entfernt. Wenn ich das heutige Rivva allerdings mit dem Rivva von vor (fast) einem Jahr vergleiche, wird klar, wie unglaublich schlecht die damaligen Ergebnisse tatsächlich waren. Da geht noch so einiges. Und das gibt mir Mut.

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Everything counts

Nach mehrfacher Nachfrage und eifriger Überlegung veröffentliche ich ab heute eine Liste von aktuellen Topquellen aus "90 100 Tagen Rivva-Titelseite".

Intern führt Rivva diese Liste schon lange, mit dem Befehl "Finde mehr von dieser Art!" Also kann ich die Liste auch ebenso publizieren: sorgt für mehr Transparenz und hilft interessierten Lesern vielleicht dabei, neue/alte Blogs zu entdecken/abonnieren.

Wie schon im Kommentar auf dem Kooptech-Blog diskutiert, möchte ich damit auch dem oft gehörten Vorurteil begegnen, Rivva würde immer wieder nur die gleichen Blogs aufgreifen. Das stimmt einfach nicht. Natürlich wird das Feld nach wie vor von traditionellen Medien wie Heise und SPON angeführt, doch – im Vergleich mit den USA – im Techmeme Leaderboard spielen die CNET News und NY Times ebenfalls stets auf den vorderen Plätzen mit.

Ranking

Das Ranking kommt nicht – wie bei Technorati – durch das einfache Auszählen eingehender Links zustande. Es repräsentiert vielmehr, wie viel Einfluss einzelne Blogs besitzen, um nicht zu sagen: Medienmacht. Also:

Die Einflussgröße Präsenz spiegelt wider, wie hoch die Wahrscheinlichkeit war, dass ein Beitrag der betreffenden Quelle in den letzten 100 Tagen Schlagzeilen auf Rivvas Titelseite gemacht hat. Gepunktet wird also nur, wer Top-Stories liefert, nicht, wer sie verlinkt oder diskutiert. Ich unterscheide dabei bewusst auch nicht zwischen partizipativen und nicht-partizipativen Medien – Rivva ist ein Informationsfluss. Ich möchte auch betonen, dass dieses Ranking nicht objektiv sein kann – jede Suchmaschine ist subjektiv. Aktualisiert wird die Liste 1x täglich nachts – Platzierungsänderungen erfasse ich nicht.

Zum Feed-Import oder zum Mashuppen gibts einen OPML-Export der gesammelten Liste.

Favicons fehlen noch so einige (Bot streikt gerade), werden die Tage nachgereicht.

Kategorien

Lars Meyer-Gellersen und Markus Spath ists schon aufgefallen: An einigen Rivva-Stories pappt schon eine Kategorie für die kommenden Ressorts. Ich habe mir überlegt, dass ich Euch auch einfach dabei zusehen lassen kann, wie Rivva inkrementell das Kategorisieren lernt, anstatt in ein paar Wochen das bis dahin erlernte Kategoriensystem im Big-Bang zu präsentieren.

Digest (revisited)

Große Freude auch darüber, dass wirres als erstes Blog den Rivva-Digest fest ins HTML-Template integriert hat.

Antwortzeiten

Momentan ist Rivva zeitweise etwas langsam auf den Füßen – die üblichen Wachstumsschmerzen, weil Nutzer- und Datenvolumen zunehmen und Rivva von "asozialen" Bots gepiesackt wird, die sich nicht ans robots.txt-Protokoll halten und Rivvas Server in zu kurzer Zeit mit zu vielen Anfragen befeuern. Bin schrittweise am Performancetunen und Drosselklappeninstallieren, hoffentlich bald wieder in gewohnter Qualität …

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I've seen that Face before

Kurz vor Weihnachten hatte ich die große Ehre, dem Elektrischen Reporter im Bild stehen zu dürfen. Mein tiefster Dank noch mal an Mario Sixtus für dieses ganz, ganz großartige Video:

Rede & Antwort stand ich Ende November auch Christiane Schulzki-Haddouti – unser Skype-Chat ist auf ihrem KoopTech-Projektblog nachlesbar.

Reduce. Rejuice. Rejoice.

Ich war den Dezember über auch nicht ganz untätig und bin bzgl. der Story-Digests noch einmal zurück auf Los gegangen.

Da diese Seiten die Landing-Pages für den RSS-Feed darstellen, sie einen schnellen Überblick über Artikel und Blog-Reaktionen liefern sollen sowie Rivvas Permalinks sind, sollten sie wesentlich reduzierter daherkommen – auf drei Bestandteile, hab ich mir überlegt:

Das neue Design teasert daher nicht mehr die Gesamtheit aller Diskussionsbeiträge im Detail an, sondern reduziert sich auf bis zu drei (algorithmisch) ausgewählte Meinungen.

Zur Orientierung wird dafür der gesamte Diskussionsthread bis zu einer Verlinkungstiefe von maximal sieben Blogs als chronologisch sortierter Baum dargestellt.

Um die neue Darstellung einmal in voller Aktion zu sehen, bietet sich das jüngst stark diskutierte Thema "Werbung bei XING" an – hier mal exemplarisch gezeigt am Beispiel Werbeblogger und Heise-Ticker.

Ich denke, die Seite hat dadurch deutlich an Charakter und Informationsgehalt gewonnen, und hoffe, dass niemand die alte überfrachtete Liste vermissen wird.

DIY rulez

Zu guter Letzt möchte ich noch loswerden, wie cool ich die Eigeninitiative von Marcus Puchmayer und Stefan Grund fand:

Markus ist auf die einfache wie geniale Idee gekommen, Rivvas hackbares URL-Schema dazu zu verwenden, Story-Digests direkt im Blog zu verlinken.

Stefan hat den für Rivva schon lange überfälligen Twitter-Account und Twitter-Feed aufgesetzt, so dass wer möchte jetzt http://twitter.com/rivva followen kann.

Das Jahr in Blogs

But, there's one more thing …

Als verstecktes Feature: Was waren die 2007 meist diskutierten Artikel? (natürlich – wie alle Listen – mit einer Prise Salz zu genießen)

Danke meinen Fürsprechern + Kritikern für die ersten zehn fantastischen Monate – ich hab von beiden Seiten viel lernen können und bin gespannt auf Rivva 2008!

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